Zerbrochenes Fenster in einer alten Schützenhalle mit Kerben und unordentlicher Umgebung.

Wieder Einbruch in die „Villa Afra“ in Köln-Poll – Stadt Köln lässt öffentliches Eigentum verkommen

St. Sebastianus & Afra Schützenbruderschaft fordert sofortiges Handeln des Sportamtes

Köln-Poll. Erneut ist in das ehemalige Schützenhaus der St. Sebastianus & Afra Schützenbruderschaft Köln e.V., die sogenannte „VILLA Afra“ in Köln-Poll, eingebrochen worden. Der Vorfall ist nach Auffassung der Bruderschaft die vorhersehbare Folge eines jahrelangen Versagens der Stadt Köln im Umgang mit der früher gepflegten Sport- und Vereinsanlage.

Seitdem das Gebäude und das Gelände nicht mehr durch einen verantwortlichen Verein betreut werden, schreitet der Verfall sichtbar voran. Unkraut wuchert, Müll sammelt sich auf dem Gelände, unbefugte Personen verschaffen sich Zutritt und nutzen das Gebäude teilweise als Schlafstätte. Gleichzeitig halten sich dort immer wieder Kinder und Jugendliche auf – in einem offensichtlich ungesicherten Bereich, in dem Gefahren durch Gebäudeschäden, Scherben, Müll oder weitere Einbrüche nicht ausgeschlossen werden können.

Die Nachbarschaft ist zunehmend genervt und besorgt. Trotzdem scheint bei der Stadtverwaltung und insbesondere beim zuständigen Sportamt weiterhin kein ausreichendes Bewusstsein für die Sicherheitsrisiken, den fortschreitenden Substanzverlust und die Belastung des Umfeldes vorhanden zu sein.

„Es ist schlicht unerträglich, mit welcher Gleichgültigkeit die Stadt Köln den Verfall dieser Anlage hinnimmt. Die VILLA Afra war über viele Jahre ein gepflegter und lebendiger Ort des Sports, des Vereinslebens und der Gemeinschaft. Heute entwickelt sich das Gelände unter den Augen der Verwaltung immer weiter zu einem Lost Place“, erklärt der Vorstand der St. Sebastianus & Afra Schützenbruderschaft Köln e.V.

Die Stadt Köln kann sich nicht länger darauf zurückziehen, den Zustand lediglich zu beobachten. Wer ein Gebäude leer stehen lässt, es nicht ausreichend sichert, keine tragfähige Nutzung ermöglicht und auf wiederholte Vorfälle nicht konsequent reagiert, nimmt weitere Schäden sehenden Auges in Kauf.

Die Bruderschaft fordert deshalb klare Antworten:

Wann wird das Gebäude endlich ausreichend gesichert?

Welche konkrete Risikobewertung hat die Stadt Köln für das Gelände vorgenommen?

Wie will die Verwaltung verhindern, dass sich dort Kinder und Jugendliche in Gefahr bringen?

Wer übernimmt die Verantwortung für weitere Einbrüche, Vandalismusschäden und den fortschreitenden Wertverlust?

Wann wird die Anlage wieder einem Verein oder einer geeigneten gemeinnützigen Organisation überlassen, die das Gebäude betreuen, pflegen und dauerhaft erhalten kann?

„Es drängt sich der Eindruck auf, dass öffentliches Eigentum hier nicht geschützt, sondern durch Untätigkeit systematisch dem Verfall preisgegeben wird. Die Stadt muss erklären, warum sie eine ehemals funktionierende und gepflegte Vereinsanlage verkommen lässt, anstatt eine sinnvolle Nachnutzung zu ermöglichen“, so die Bruderschaft weiter.

Die St. Sebastianus & Afra Schützenbruderschaft Köln e.V. fordert das Sportamt und die zuständigen Stellen der Stadt Köln auf, unverzüglich zu handeln. Erforderlich sind eine sofortige Sicherung des Geländes, eine transparente Bewertung der Risiken, die Beseitigung von Müll und Bewuchs sowie ein verbindliches Konzept für die künftige Nutzung.

Weitere Beschwichtigungen, Zuständigkeitsdebatten und Verzögerungen sind nicht mehr akzeptabel. Die VILLA Afra braucht endlich wieder Verantwortung, Pflege und eine Perspektive – bevor von dem Gebäude und seiner früheren Bedeutung für das Vereinsleben nichts mehr übrig ist.