Kölner Schützenbruderschaft schließt sich der Initiative „NOlympia“ entschieden an und spricht sich klar gegen eine Olympia-Bewerbung der Stadt Köln aus

Keine Olympia-Bewerbung auf dem Rücken des Breitensports

Es ist aus unserer Sicht völlig unakzeptabel, dass die Stadt Köln eine millionenschwere Olympia-Bewerbung vorantreibt, während gleichzeitig Sportstätten in unserer Stadt vernachlässigt oder faktisch zerstört werden und zahlreiche Sportvereine in Existenznöte geraten. Während über neue Stadien, ein Olympisches Dorf und prestigeträchtige Großprojekte fabuliert wird, kämpfen viele Vereine vor Ort mit maroden Anlagen, gestrichenen Zuschüssen und unsicheren Perspektiven. Diese Politik setzt falsche Prioritäten und gefährdet genau den Breitensport, der täglich das Fundament für Gemeinschaft, Integration und Nachwuchsförderung bildet.

Falsche Prioritäten der Stadt Köln

Die geplante Bewerbung Kölns im Verbund mit der Region Rhein-Ruhr für Olympische und Paralympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 bindet enorme finanzielle und personelle Ressourcen. Schon jetzt ist absehbar, dass Olympia-Projekte die ohnehin angespannte Haushaltslage verschärfen und an anderer Stelle zu weiteren Kürzungen führen werden, etwa bei Sportanlagen, Jugendarbeit und sozialer Infrastruktur. Es kann nicht sein, dass einerseits Vereine um jede Trainingszeit und jeden Euro Förderung kämpfen müssen, während andererseits für ein zweiwöchiges Spektakel Gelder mobilisiert werden, die in Schulen, Schwimmbädern und bestehenden Sportstätten dringend fehlen.

Solidarität mit NOlympia

Wir stellen uns an die Seite der Initiative NOlympia Colonia, die seit Monaten fundiert auf die Risiken, Kosten und sozialen Verdrängungseffekte einer Olympia-Bewerbung hinweist. NOlympia Colonia macht deutlich, dass Olympische Spiele in Köln zu steigenden Mieten, Verdrängung, weiterer Verschuldung und zum Abbau öffentlicher Leistungen führen können, während der tatsächliche Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger höchst fraglich bleibt. Wir rufen unsere Mitglieder, alle Schützenschwestern und -brüder sowie die Sport- und Schützengemeinschaft in Köln dazu auf, sich zu informieren und die Argumente von NOlympia Colonia unter https://nolympiakoeln.de/ zur Grundlage ihrer Entscheidung zu machen.

Aufruf an Politik und Bürgerinnen und Bürger

Die Schützenbruderschaft St. Sebastianus und Afra Köln von 2012 e.V. fordert den Rat der Stadt Köln und die Verantwortlichen in Verwaltung und Landespolitik auf, die Bewerbung für Olympische Spiele zu stoppen und die vorhandenen Mittel in den Erhalt und Ausbau bestehender Sportstätten sowie in die Unterstützung der Vereine vor Ort zu investieren. Statt einer teuren Imagekampagne braucht Köln eine verlässliche, langfristige Sportförderung, die allen Generationen zugutekommt und den Sport in der Fläche stärkt. Wir appellieren an alle Kölnerinnen und Kölner, beim Ratsbürgerentscheid mit „Nein“ zu stimmen und damit ein klares Zeichen gegen Prestigeprojekte und für eine zukunftsfähige, sozial gerechte Stadtentwicklung zu setzen.