Unsere Freiheit ist nicht verhandelbar

Der furchtbare Anschlag im Berliner Tiergarten hat Menschen getroffen, die am Rande des Christopher Street Days friedlich und fröhlich zusammenkamen. Eine Frau wurde getötet, 29 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Nach dem aktuellen Ermittlungsstand geht Bundesinnenminister Alexander Dobrindt von einem islamistischen Anschlag aus; der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen übernommen. Ob sich die Tat ausdrücklich gegen den CSD richtete und ob es weitere Beteiligte oder Mitwissende gab, ist noch nicht abschließend geklärt.

Meine Gedanken sind bei der getöteten Frau, den Verletzten und ihren Angehörigen. Ihnen gilt mein tiefes Mitgefühl. Zugleich denke ich an alle Menschen, die an diesem Abend Angst um ihr Leben hatten, und an die queere Community, die erneut erfahren musste, dass ihre Sichtbarkeit von Fanatikern als Provokation begriffen wird.

Wir dürfen jetzt nicht vorschnell über Netzwerke, Hintermänner oder weitere Tatbeteiligte spekulieren. Aber ebenso falsch wäre es, den Anschlag als isolierte Handlung ohne gesellschaftlichen und ideologischen Kontext abzutun. Menschenfeindlicher Terror entsteht nicht im luftleeren Raum. Ihm gehen Radikalisierung, die Abwertung anderer Menschen, die Verachtung von Freiheit und die Vorstellung voraus, die eigene Ideologie stehe über der Menschenwürde.

Der Bundespräsident hat den Kern getroffen, als er sagte: „Diese Tat ist ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft, auf unsere Art zu leben und zusammenzuleben.“

Ja, genau das ist sie.

Der CSD ist laut, bunt und sichtbar. Das ist kein oberflächliches Spektakel, sondern gelebte Freiheit. Er steht für das Recht jedes Menschen, ohne Angst verschieden sein zu dürfen. Er steht für Selbstbestimmung, Gleichberechtigung und den Anspruch, im öffentlichen Raum nicht nur geduldet zu werden, sondern selbstverständlich dazuzugehören.

Wer Menschen im Umfeld eines CSD angreift, greift deshalb mehr an als eine Veranstaltung. Angegriffen wird eine Gesellschaft, in der Frauen selbstbestimmt leben, queere Menschen offen lieben, Journalistinnen und Journalisten frei berichten, jüdische Menschen sichtbar ihren Glauben leben und Menschen unterschiedlicher Herkunft gleichberechtigt zusammengehören können.

Diesmal weist der Ermittlungsstand auf eine islamistische Tat hin. Das muss klar benannt werden. Islamistischer Extremismus ist eine reale und gewaltbereite Bedrohung. Wer aus falsch verstandener Rücksichtnahme islamistische Queerfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit oder antisemitischen Hass relativiert, schützt keine Minderheit. Er lässt diejenigen im Stich, die von dieser Ideologie bedroht werden – darunter auch viele Musliminnen und Muslime.

Doch die islamistische Ideologie besitzt kein Monopol auf den Hass gegen eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft. Rechtsextremisten und Islamisten vertreten unterschiedliche Ideologien mit unterschiedlichen historischen Wurzeln. Wir dürfen diese Unterschiede nicht verwischen. Aber in einem entscheidenden Punkt treffen sich ihre Weltbilder: Beide verachten den gesellschaftlichen Pluralismus. Beide erklären bestimmte Lebensweisen, Religionen oder Bevölkerungsgruppen zum Feind. Beide wollen Menschen vorschreiben, wie sie zu leben, zu lieben, zu glauben und zu denken haben.

Die vergangenen Jahre und Jahrzehnte bilden eine verstörende, bittere Reihe. Die Anschläge auf die Redaktion von Charlie Hebdo im Januar 2015, die islamistischen Terroranschläge von Paris im November desselben Jahres und der Anschlag von Nizza am 14. Juli 2016 richteten sich gegen Pressefreiheit, öffentliches Leben und eine freiheitliche Gesellschaft. In Nizza wurden 86 Menschen getötet; erst vor wenigen Tagen jährte sich die Tat zum zehnten Mal.

Der rechtsextreme und antisemitische Attentäter von Halle wollte 2019 am höchsten jüdischen Feiertag ein Massaker in einer Synagoge anrichten. Im Februar 2020 wurden in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven ermordet. Diese Taten entstanden aus anderen ideologischen Milieus als die Anschläge von Paris oder Nizza. Gemeinsam ist ihnen jedoch die Vorstellung, andere Menschen seien aufgrund ihrer Religion, Herkunft, Überzeugung oder Lebensweise weniger wert.

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Wieder Einbruch in die „Villa Afra“ in Köln-Poll – Stadt Köln lässt öffentliches Eigentum verkommen

St. Sebastianus & Afra Schützenbruderschaft fordert sofortiges Handeln des Sportamtes

Köln-Poll. Erneut ist in das ehemalige Schützenhaus der St. Sebastianus & Afra Schützenbruderschaft Köln e.V., die sogenannte „VILLA Afra“ in Köln-Poll, eingebrochen worden. Der Vorfall ist nach Auffassung der Bruderschaft die vorhersehbare Folge eines jahrelangen Versagens der Stadt Köln im Umgang mit der früher gepflegten Sport- und Vereinsanlage.

Seitdem das Gebäude und das Gelände nicht mehr durch einen verantwortlichen Verein betreut werden, schreitet der Verfall sichtbar voran. Unkraut wuchert, Müll sammelt sich auf dem Gelände, unbefugte Personen verschaffen sich Zutritt und nutzen das Gebäude teilweise als Schlafstätte. Gleichzeitig halten sich dort immer wieder Kinder und Jugendliche auf – in einem offensichtlich ungesicherten Bereich, in dem Gefahren durch Gebäudeschäden, Scherben, Müll oder weitere Einbrüche nicht ausgeschlossen werden können.

Die Nachbarschaft ist zunehmend genervt und besorgt. Trotzdem scheint bei der Stadtverwaltung und insbesondere beim zuständigen Sportamt weiterhin kein ausreichendes Bewusstsein für die Sicherheitsrisiken, den fortschreitenden Substanzverlust und die Belastung des Umfeldes vorhanden zu sein.

„Es ist schlicht unerträglich, mit welcher Gleichgültigkeit die Stadt Köln den Verfall dieser Anlage hinnimmt. Die VILLA Afra war über viele Jahre ein gepflegter und lebendiger Ort des Sports, des Vereinslebens und der Gemeinschaft. Heute entwickelt sich das Gelände unter den Augen der Verwaltung immer weiter zu einem Lost Place“, erklärt der Vorstand der St. Sebastianus & Afra Schützenbruderschaft Köln e.V.

Die Stadt Köln kann sich nicht länger darauf zurückziehen, den Zustand lediglich zu beobachten. Wer ein Gebäude leer stehen lässt, es nicht ausreichend sichert, keine tragfähige Nutzung ermöglicht und auf wiederholte Vorfälle nicht konsequent reagiert, nimmt weitere Schäden sehenden Auges in Kauf.

Die Bruderschaft fordert deshalb klare Antworten:

Wann wird das Gebäude endlich ausreichend gesichert?

Welche konkrete Risikobewertung hat die Stadt Köln für das Gelände vorgenommen?

Wie will die Verwaltung verhindern, dass sich dort Kinder und Jugendliche in Gefahr bringen?

Wer übernimmt die Verantwortung für weitere Einbrüche, Vandalismusschäden und den fortschreitenden Wertverlust?

Wann wird die Anlage wieder einem Verein oder einer geeigneten gemeinnützigen Organisation überlassen, die das Gebäude betreuen, pflegen und dauerhaft erhalten kann?

„Es drängt sich der Eindruck auf, dass öffentliches Eigentum hier nicht geschützt, sondern durch Untätigkeit systematisch dem Verfall preisgegeben wird. Die Stadt muss erklären, warum sie eine ehemals funktionierende und gepflegte Vereinsanlage verkommen lässt, anstatt eine sinnvolle Nachnutzung zu ermöglichen“, so die Bruderschaft weiter.

Die St. Sebastianus & Afra Schützenbruderschaft Köln e.V. fordert das Sportamt und die zuständigen Stellen der Stadt Köln auf, unverzüglich zu handeln. Erforderlich sind eine sofortige Sicherung des Geländes, eine transparente Bewertung der Risiken, die Beseitigung von Müll und Bewuchs sowie ein verbindliches Konzept für die künftige Nutzung.

Weitere Beschwichtigungen, Zuständigkeitsdebatten und Verzögerungen sind nicht mehr akzeptabel. Die VILLA Afra braucht endlich wieder Verantwortung, Pflege und eine Perspektive – bevor von dem Gebäude und seiner früheren Bedeutung für das Vereinsleben nichts mehr übrig ist.

Stadt Köln scheitert erneut vor Gericht – Sportamt kostet Steuerzahler weiteres unnötiges Geld

Die Stadt Köln ist mit einer weiteren Klage gegen die Schützenbruderschaft St. Sebastianus & Afra Köln 2012 e.V. vor dem Amtsgericht Köln gescheitert. Mit Urteil im Verfahren 208 C 62/26 wurde die Klage der Stadt abgewiesen. Zugleich stellte das Gericht klar: Die Klägerin, also die Stadt Köln, trägt die Kosten des Rechtsstreits.

Nach Auffassung der Schützenbruderschaft zeigt dieses Urteil erneut, wie verantwortungslos das Sportamt der Stadt Köln mit öffentlichen Mitteln umgeht. Statt mit Augenmaß, Sachverstand und Verhandlungsbereitschaft zu handeln, wurde erneut ein Gerichtsverfahren geführt, das am Ende zulasten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler geht.

Die Stadt Köln hatte von der Schützenbruderschaft Zahlungen in Höhe von 2.450 Euro nebst Zinsen verlangt. Das Amtsgericht Köln wies die Klage jedoch als unbegründet ab. Nach den Entscheidungsgründen fehlte unter anderem der Nachweis, dass der Verein überhaupt entsprechende Zahlungen erhalten hatte. Auch weitere Anspruchsgrundlagen griffen nach Auffassung des Gerichts nicht durch.

„Dieses Urteil ist ein weiterer Beleg dafür, dass das Sportamt der Stadt Köln in dieser Angelegenheit nicht lösungsorientiert, sondern kostentreibend handelt“, erklärt Dirk Bachhausen. „Die Leidtragenden sind am Ende die Kölner Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Sie müssen für vermeidbare Verfahren, anwaltliche Vertretung und Gerichtskosten aufkommen.“

Besonders bitter ist aus Sicht der Schützenbruderschaft der Umgang der Stadt mit der historischen Schießstätte. Das Sportamt wollte die Anlage unbedingt übernehmen. Doch seitdem ist nach Darstellung der Schützenbruderschaft genau das eingetreten, wovor frühzeitig gewarnt wurde: Die historische Schießstätte verfällt, das Gelände wirkt zunehmend wie ein verwahrloster Lost Place und wird offenbar als Müllabladeplatz missbraucht. Hinzu kommt, dass das Areal nach Darstellung der Schützenbruderschaft frei zugänglich ist und damit faktisch jeder ungehindert das Gelände betreten kann.

„Wer eine solche Anlage übernimmt, übernimmt auch Verantwortung“, so Dirk Bachhausen weiter. „Statt Verantwortung zu übernehmen, lässt die Stadt nach unserer Wahrnehmung eine historische Sportstätte verkommen. Gleichzeitig werden weitere juristische Auseinandersetzungen geführt, die vermeidbar gewesen wären.“

Die Schützenbruderschaft fordert die Stadt Köln und insbesondere das Sportamt auf, die gerichtliche Niederlage zum Anlass für eine ehrliche Aufarbeitung zu nehmen. Es muss geklärt werden, warum erneut öffentliche Mittel für ein erfolgloses Verfahren eingesetzt wurden, welche Kosten dadurch entstanden sind und wer politisch sowie verwaltungsintern die Verantwortung dafür trägt.

Ebenso fordert die Schützenbruderschaft, dass der Zustand der historischen Schießstätte umgehend geprüft, das Gelände gesichert, Müllablagerungen beseitigt und der weitere Verfall verhindert wird.

„Die Stadt Köln muss endlich aufhören, Verantwortung wegzuschieben. Es geht hier nicht nur um einen verlorenen Prozess. Es geht um den Umgang mit öffentlichem Eigentum, mit historischer Substanz und mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger.“

Hamburgs Nein zu Olympia: Ein Sieg für die Kritiker der Mega-Events

4. Juni 2026

Hamburgs Nein zu Olympia: Ein Sieg für die Kritiker der Mega-Events

Hamburg hat erneut gegen Olympia gestimmt. Wie schon 2015 lehnten die Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt in einem Referendum eine Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele ab. Das Ergebnis ist mehr als eine kommunalpolitische Entscheidung – es ist ein Signal weit über Hamburg hinaus und ein Erfolg für jene Bewegungen, die internationale Sportgroßveranstaltungen zunehmend kritisch hinterfragen.

Bereits beim Referendum über die Bewerbung für die Sommerspiele 2024 hatten sich die Hamburger mit 51,6 Prozent gegen Olympia ausgesprochen. Die Niederlage der Befürworter galt damals als Schock für Politik, Wirtschaft und den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Zehn Jahre später wiederholt sich die Geschichte. Trotz breiter Unterstützung durch den rot-grünen Senat, Wirtschaftsverbände und große Teile des organisierten Sports verweigerten die Wähler erneut ihre Zustimmung.

In einer Pressemitteilung äußert sich Heike Sudmann, Co-Fraktionsvorsitzende der Linken in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Was für eine gute Entscheidung für die ganze Stadt! Die Hamburger*innen haben sich vom Senat und seiner kolossalen Olympia-Materialschlacht nicht blenden lassen. SPD, Grüne, CDU und Wirtschaft haben zig Millionen verpulvert und haben Kritiker*innen des Olympia- Konzepts als ‚schlecht gelaunt‘ und kleingeistig diffamiert.“

Die Gründe für die Ablehnung ähneln jenen von 2015. Viele Kritiker verweisen auf unkalkulierbare Kosten, steigende Mieten, Belastungen für die städtische Infrastruktur und die Gefahr, dass öffentliche Gelder in Prestigeprojekte statt in dringend benötigte soziale und ökologische Vorhaben fließen. Hinzu kommt ein grundlegendes Misstrauen gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC), dessen Vergabepraxis und wirtschaftliche Strukturen seit Jahren Gegenstand öffentlicher Kritik sind.

Besonders bemerkenswert ist dabei die Beharrlichkeit der Olympiagegner. Die Initiative „NOlympia“ und verschiedene Umweltverbände argumentieren seit Jahren, dass die Versprechen von Wachstum, Modernisierung und internationaler Aufmerksamkeit die tatsächlichen Risiken nicht aufwiegen. Sie sehen sich durch das Abstimmungsergebnis bestätigt. Aus ihrer Sicht haben die Hamburgerinnen und Hamburger erneut deutlich gemacht, dass demokratische Mitbestimmung schwerer wiegt als die Aussicht auf ein globales Sportereignis.

„Heute Abend steht die Linke als einzige demokratische Partei an der Seite der Mehrheit der Hamburger*innen. Jetzt erst recht: Wir wollen, dass Hamburg ganz groß rauskommt – beim Sozialen, bei den Schulen, vor allem auch bei der Inklusion – die ist doch keine Nebenwirkung Olympischer Spiele, die ist ein Menschenrecht!“, so Martin Wolter, sportpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft.

Die Debatte hat sich seit 2015 verändert. Damals standen vor allem finanzielle Risiken im Vordergrund. Heute spielen auch ökologische und soziale Fragen eine größere Rolle. Angesichts der Klimakrise erscheint vielen Bürgern die Ausrichtung eines Milliarden-Events mit hohem Ressourcenverbrauch zunehmend aus der Zeit gefallen. Selbst moderne Konzepte, die auf bestehende Sportstätten und nachhaltige Infrastruktur setzen, konnten diese Skepsis offenbar nicht ausräumen.

Auch in sozialen Medien und Online-Diskussionen zeigt sich ein wiederkehrendes Muster. Gegner verweisen auf Erfahrungen früherer Gastgeberstädte, deren Kosten die ursprünglichen Planungen oft deutlich überstiegen. Kritisiert wird zudem, dass Gewinne und Vermarktungsrechte in erheblichem Umfang beim IOC verbleiben, während finanzielle Risiken überwiegend von den Austragungsorten getragen werden. Viele Bürger sehen darin ein unausgewogenes Verhältnis zwischen öffentlichem Risiko und privatem Nutzen.

Für die Olympiagegner ist das Hamburger Votum deshalb mehr als ein lokaler Erfolg. Es bestätigt einen internationalen Trend: Immer häufiger geraten olympische Bewerbungen unter Legitimationsdruck. Zahlreiche Städte haben sich in den vergangenen Jahren nach Bürgerentscheiden oder massiven Protesten aus Bewerbungsverfahren zurückgezogen. Die Bereitschaft, milliardenschwere Großprojekte allein mit dem Versprechen von Prestige und wirtschaftlichen Impulsen zu rechtfertigen, scheint abzunehmen.

Politisch stellt das Ergebnis zugleich eine Niederlage für die Befürworter dar. Schon 2015 mussten Bürgermeister Olaf Scholz und der DOSB das Scheitern der Bewerbung eingestehen. Nun trifft die Ablehnung erneut eine breite Allianz aus Politik, Wirtschaft und Sportverbänden. Für die Gegner ist dies der Beleg, dass öffentliche Zustimmung nicht durch Werbekampagnen ersetzt werden kann.

Das Hamburger Nein ist damit nicht nur eine Entscheidung gegen eine Olympiabewerbung. Es ist eine Entscheidung für ein anderes Verständnis von Stadtentwicklung, Bürgerbeteiligung und öffentlicher Prioritätensetzung. Die Botschaft der Abstimmung lautet: Große Visionen benötigen gesellschaftliche Akzeptanz. Fehlt diese, bleibt selbst das größte Sportereignis der Welt außen vor.

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NOlympia Colonia gratuliert Hamburg zu dieser weisen Entscheidung.

1. Juni 2026

NOlympia Colonia gratuliert Hamburg zu dieser weisen Entscheidung.

Hamburg nach Stadtteile
Hamburg nach Stadtteilen

Bei einer sehr hohen Wahlbeteiligung von 49,6 % (in München lag sie bei 42 %, in NRW bei 32,7 %) stimmten 357.911 Personen gegen eine Olympiabewerbung, während 293.819 Personen dafür stimmten. Die Olympiakritiker haben sehr gut mobilisiert, wenn man bedenkt, dass der Hamburger Senat und die Hamburger Wirtschaft 18 Millionen Euro für die Werbung ausgegeben haben, während die Gegner nur über einen kleinen Etat verfügten.

Der Erste Bürgermeister der Stadt Hamburg, Dr. Peter Tschentscher, ist tieftraurig. Der Kölner Oberbürgermeister – ebenfalls SPD – hat dagegen jetzt einen Konkurrenten weniger. Dazu kommt, dass die Chancen von Berlin beim DOSB sehr gering sind. Ein Bürgerentscheid würde erst nach einer Entscheidung für Berlin stattfinden und könnte eine deutsche Bewerbung insgesamt zunichtemachen. Es läuft also auf München oder Köln-Rhein-Ruhr hinaus.

Oberbürgermeister Burmester hatte nach dem NRW-Ergebnis am 20. April im Deutschlandfunk öffentlich Gespräche mit den Kölner Olympia-Kritikern angekündigt. Dies hat er jedoch mit Nolympia Colonia nicht gemacht. Wollte der Oberbürgermeister nicht im Team spielen, und alle Kölner und Kölnerinnen mitnehmen? Stattdessen macht er ein Solo. Ob er damit gewinnt?

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„Olympische Spiele können die Immobilienpreise und Mieten in Gastgeberstädten erhöhen“

31. Mai 2026

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Der Bundestag hat auch einen wissenschaftlichen Dienst. – Foto: h kama auf Pixabay

Die Bundestagsfraktion Die Linke hat den Wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestags um ein Gutachten zum Zusammenhang zwischen Olympischen Spielen und Mietsteigerungen gebeten. Dieses Gutachten wurde kürzlich veröffentlicht und fasst Fakten der Olympischen Spiele zusammen.  Es trägt das Aktenzeichen: WD 5 – 3000 – 036/26 mit dem Titel „Auswirkungen der Olympischen Spiele auf den Wohnungs- und Immobilienmarkt in den Austragungsorten seit 1972“.

Das Gutachten kann hier heruntergeladen werden.

Hier ist die Zusammenfassung des Gutachtens durch den Wissenschaftlichen Dienst:

„Olympische Spiele können die Immobilienpreise und Mieten in Gastgeberstädten erhöhen, insbesondere wenn Investitionen in Infrastruktur und Stadtentwicklung die Attraktivität einzelner Viertel steigern. Diese Effekte sind jedoch nicht einheitlich, sondern variieren stark zwischen Städten und sogar innerhalb einzelner Stadtteile, wie z.B. in London.

Entscheidend ist aber, dass es keinen zwingenden Zusammenhang zwischen Olympischen Spielen und steigenden Immobilien- oder Mietpreisen gibt. Beispiele wie Atlanta oder Los Angeles zeigen, dass Preise auch stabil bleiben oder sogar günstiger werden können. Die tatsächlichen Auswirkungen hängen insbesondere von Faktoren wie Stadtplanung, Nachnutzung der Anlagen, allgemeinen Markttrends sowie politischen Steuerungsmaßnahmen (z. B. sozialer Wohnungsbau) ab.

Grundsätzlich wirken Olympische Spiele häufig als Katalysator für Stadtentwicklung, indem sie bestehende Projekte beschleunigen und zusätzliche Investitionen anstoßen. Ohne geeignete Maßnahmen besteht jedoch ein erhöhtes Risiko von Gentrifizierung und Verdrängung einkommensschwächerer Haushalte.

Auch die langfristigen Effekte fallen unterschiedlich aus. Die Nachnutzung olympischer Infrastruktur, insbesondere von Wohnanlagen, kann den Wohnungsmarkt entlasten, was allerdings oft erst verzögert eintritt. Kurz- bis mittelfristig kann der Bau olympischer Anlagen jedoch auch Flächen binden und bestehende Wohnungsengpässe somit verschärfen.

Somit hängen die Auswirkungen der Olympischen Spiele stark von lokalen Rahmenbedingungen, politischen Entscheidungen und der konkreten Umsetzung ab.“

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Termin: Das Spiel der „starken“ Männer – Wie die Fußball-WM den Nationalismus stärkt

18. Mai 2026

Fußballspiel zugunsten ukrainischer Geflüchteter
Foto: Bronisz

Im Sommer 2026 findet die Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada statt. Mittendrin, am 4. Juli 2026, feiern die USA den 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Schon länger nutzt Donald Trump den Sport für seine America-First-Politik: im Kampfsport, American Football oder Golf. Seine Allianz mit Fifa-Präsident Gianni Infantino verstärkt eine bittere globale Entwicklung vom Kern und den Werten des Fußballs weg.

Seit Jahren nutzen Staatschefs den Fußball für Nationalismus. Der serbische Präsident Vučić setzt bei Demonstrationen auf die Unterstützung von Hooligans. Der türkische Präsident Erdoğan lässt Stadien in Regionen errichten, in denen seine Partei beliebt ist. Und Saudi-Arabien treibt mit der Austragung der WM 2034 die Transformation voran.

Der Autor und Journalist Ronny Blaschke gibt einen Impuls und wir reden drüber: Wie der Fußball Nationalismen verstärkt – und was man dieser Entwicklung entgegen setzen kann.

Ronny Blaschke, geboren 1981, ist als Buchautor und Journalist auf politische Themen im Sport spezialisiert. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt ist von ihm das Buch «Spielfeld der Herrenmenschen: Kolonialismus und Rassismus im Fußball» (Verlag Die Werkstatt 2024) erschienen.

Anmeldung: veranstaltung@fan-ini.de

VeranstaltungsortHier ist nicht da – HIND
Bochumer Straße 138
45886 Gelsenkirchen
Zeit05.06.2026, 19:04 – 20:30 Uhr

Termine:

  1. Mai: Düsseldorf, BiBaBuze, 19.30 Uhr
    3. Juni: Wuppertal, Die Börse, 18 Uhr
  2. 5. Juni: Gelsenkirchen, HIND im KreativQuartier, 19 Uhr

Die Veranstaltung in Gelsenkirchen wird organisiert von der Rosa Luxemburg Stiftung NRW und der Schalker Fan-Initiative e.V.mit Fairness United

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In zwei Kölner Briefwahlbezirken wurden über 50 % Nein-Stimmen abgegeben.

9. May 2026

In zwei Kölner Briefwahlbezirken wurden über 50 % Nein-Stimmen abgegeben.

2026-04-19Olympia_Abstimmung Köln Endergebnis

In den letzten zwei Wochen haben uns viele Leute auf das spannende Kölner Ergebnis beim Bürgerentscheid Olympia angesprochen und sich für unser Engagement bedankt. Diesen Dank geben wir gerne zurück und bedanken uns für die breite Unterstützung vieler Kölnerinnen und Kölner!

Die gute Wahlbeteiligung – jenseits des Ergebnisses – ist uns sehr wichtig und ein Zeichen dafür, dass die Zivilgesellschaft sich einbringen kann und es auch tut. Mit 39,68 % hat Köln ein deutlich besseres Ergebnis als Nordrhein-Westfalen mit durchschnittlich 32,74 %. In Großstädten wie Düsseldorf und Essen lag die Beteiligung nur bei 34 %.

Bei den Kölner Stadtbezirken sind die Ergebnisse, anders als bei der Parlamentswahl, gar nicht so weit auseinander. Der Stadtbezirk Kalk fällt mit einer Wahlbeteiligung von 29,8 % etwas aus dem Rahmen. Die Wahlbeteiligung in Chorweiler mit 33,33 % liegt über dem Landesdurchschnitt.

In zwei der 132 Briefwahlbezirke ist es uns gelungen, über 50 % Nein-Stimmen zu erhalten. Leider ist es nicht möglich, die beiden Briefwahlbezirke räumlich genauer zu beschreiben, da die Stadt drei bis vier bisherige Auswahlbezirke in einen Briefwahlbezirk zusammengefasst hat, die räumlich nicht zusammenliegen. Ein Beispiel hierfür ist der Wahlbezirk 205 mit den Auswahlbezirken 20572, 20573 und 20577. Hier wurde nicht nur eine Auszähl-Panne, sondern auch eine Auswahl-Panne planmäßig vorbereitet.

Briefwahlbezirk Wahlbeteiligung Zahl Nein % Nein
205 Rodenkirchen 40,38 % 1270 54,18
904 Mülheim 33,60 % 1168 50,68
401 Ehrenfeld 40,72 % 1049 48,01

Abstimmung Köln Endergebnis.

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Ver.di-Stadtverwaltung Köln über den Ablauf des Ratsbürgerentscheides

7. May 2026

Ver.di-Stadtverwaltung Köln über den Ablauf des Ratsbürgerentscheides

Screenshot
Quelle: Screenshot Ver.di

Die Berichte über den Ablauf des Ratsbürgerentscheids zur Bewerbung für die Olympischen Spiele haben bei ver.di in Köln für Irritationen gesorgt. Abstimmungen wie diese, aber auch grundsätzlich die tägliche Arbeit in der Kommunalverwaltung sind zentrale Orte gelebter Demokratie – hier erleben die Bürger*innen unmittelbar, ob staatliches Handeln funktioniert.

Umso gravierender ist es, wenn organisatorische Mängel dieses Vertrauen beeinträchtigen. Umso wichtiger ist es, dass die Organisation und die Abläufe reibungslos funktionieren. Vor diesem Hintergrund ist es bedauerlich, dass die Auszählung der Stimmen offenbar unter schwierigen Bedingungen stattfinden musste.

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Nach der Berichterstattung, welche sich auch mit der Einschätzung von ver.di deckt, waren zu wenige Wahlhelfer*innen in zu beengten Räumen im Einsatz – trotz einer absehbar hohen Beteiligung der Abstimmung. Mit Blick auf die geplanten Personaleinsparungen in der Stadtverwaltung erfüllt uns aus gewerkschaftlicher Sicht diese Entwicklung mit Sorge und wir betrachten diese als besonders kritisch.

Sie unterstreicht, wie entscheidend eine realistische Ressourcenplanung für das Funktionieren demokratischer Prozesse ist. Das trifft nicht nur die Beschäftigten, die freiwilligen Wahlhelfer*innen, sondern letztlich auch die Bürger*innen.

Wir erwarten, dass die gemachten Erfahrungen sorgfältig und konsequent ausgewertet werden und in konkrete Verbesserungen für zukünftige Wahlen einfließen. Gleichzeitig erwarten wir auch den Blick für die notwendige Aufgabenkritik im Zusammenhang mit den geplanten Einsparungen beim Personal zu schärfen. Ebenso braucht es eine ehrliche politische Debatte darüber, welche Aufgaben unter den Bedingungen geringer werdenden Personalressourcen noch verlässlich erfüllt werden können.

Klar ist: Nur eine Verwaltung, die leistungsfähig und handlungsfähig bleibt, kann das Vertrauen in staatliches Handeln und in die (kommunale) Demokratie dauerhaft sichern

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Berlin bleibt im Rennen – doch die Kritik wächst auf allen Seiten

6. Mai 2026

Berlin bleibt im Rennen – doch die Kritik wächst auf allen Seiten

Maikundgebung 2026
OB Burmester bei einem Interview am 1. Mai 2026 – Foto: Berthold Bronisz / lokalfoto.com

Berlin gibt sich entschlossen. Die Hauptstadt arbeitet weiter an ihrer Bewerbung für Olympische Spiele und macht deutlich, dass sie im nationalen Auswahlverfahren keineswegs abgeschlagen ist. Während andere Regionen ihre Konzepte präsentieren, hält Berlin Kurs – und bleibt damit ein ernstzunehmender Kandidat im Wettbewerb um die deutsche Bewerbung.

Der Prozess ist offen, die Entscheidung noch nicht gefallen. Neben Berlin bewerben sich auch Hamburg, München sowie die Rhein-Ruhr-Region. Gerade diese Konkurrenz sorgt für Dynamik – und verschärft zugleich die Debatte darüber, wie realistisch, nachhaltig und politisch tragfähig die jeweiligen Konzepte sind.

In Berlin setzt man auf Beteiligung und städtische Inszenierung. Die Spiele sollen nicht als abgeschottetes Großereignis daherkommen, sondern als urbanes Projekt, das sich in bestehende Strukturen einfügt. Bestehende Sportstätten, kurze Wege und die internationale Ausstrahlung der Stadt sind zentrale Argumente der Bewerbung. Gleichzeitig wird versucht, die Bevölkerung frühzeitig einzubinden, um Widerstand zu vermeiden, der frühere Olympia-Anläufe scheitern ließ.

Doch auch in Berlin bleibt die Skepsis präsent. Kritiker verweisen auf steigende Kosten, ungelöste Infrastrukturprobleme und die Gefahr, dass soziale Fragen hinter einem Prestigeprojekt zurücktreten könnten. Die Erfahrung anderer Städte zeigt, wie schnell sich Zustimmung in Ablehnung verwandeln kann – besonders dann, wenn finanzielle Risiken unklar bleiben.

Noch deutlicher treten die Konflikte allerdings in der Rhein-Ruhr-Region zutage, insbesondere rund um die Kölner Rolle innerhalb der Bewerbung. Dort wird nicht nur das Konzept selbst infrage gestellt, sondern auch die politische Kommunikation. Kritiker bemängeln, dass die Bewerbung zu wenig Rückhalt in der Bevölkerung habe und Entscheidungen zu stark von oben gesteuert wirkten.

Im Zentrum der Kritik steht dabei auch Torsten Burmester, der als zentrale Figur im Bewerbungsprozess gilt. Ihm wird vorgeworfen, die Verfahren nicht transparent genug zu gestalten und die unterschiedlichen Interessen der Städte unzureichend auszugleichen. Gerade im Kontext der Rhein-Ruhr-Bewerbung wird kritisiert, dass lokale Besonderheiten – etwa die Rolle Kölns – nicht klar genug definiert seien und politische Abstimmungen hinter verschlossenen Türen stattfänden.

Auch strukturell gibt es Zweifel: Die Idee einer dezentralen Olympia-Ausrichtung über mehrere Städte hinweg gilt zwar als innovativ, wirft aber Fragen zur Organisation, Finanzierung und internationalen Vermarktbarkeit auf. Während Befürworter darin ein modernes Gegenmodell zu klassischen Mega-Events sehen, warnen Kritiker vor einem schwer steuerbaren Großprojekt mit unklaren Verantwortlichkeiten.

Für Berlin ergibt sich daraus eine paradoxe Situation. Einerseits steht die Stadt selbst in der Kritik, andererseits profitieren ihre Chancen indirekt von den Schwächen der Konkurrenz. Je stärker die Zweifel an anderen Bewerbungen werden, desto offener erscheint das Rennen.

Am Ende geht es nicht nur um Sportstätten und Konzepte, sondern um Glaubwürdigkeit. Welche Stadt kann überzeugend darlegen, dass Olympische Spiele heute noch vermittelbar sind – finanziell, sozial und ökologisch? Berlin setzt darauf, diese Frage besser beantworten zu können als die Konkurrenz.

Fest steht: Die Entscheidung ist offen. Und Berlin ist weiterhin mittendrin.

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