Villa Afra erhalten: Schützenbruderschaft bietet Stadt Köln 500.000 Euro Haushaltsentlastung an

Fünfjähriger Pachtvertrag soll Ausgaben vermeiden, Einnahmen schaffen und die historische Anlage in Poll bewahren

Köln, 16. Oktober 2026. Die St. Sebastianus & Afra Schützenbruderschaft Köln von 2012 e.V. bietet der Stadt Köln an, die Villa Afra in Poll erneut für einen begrenzten Zeitraum von fünf Jahren zu pachten. Die Bruderschaft ist bereit, Pacht zu zahlen sowie sämtliche Grundbesitzabgaben und die vertraglich vereinbarten laufenden Kosten zu übernehmen. Nach ihrer eigenen Schätzung könnte die Stadt dadurch über fünf Jahre um insgesamt rund 500.000 Euro entlastet werden. Zusätzlich würden Pachteinnahmen entstehen. Die zugrunde gelegten Kostenpositionen sollen mit der Stadt transparent geprüft werden.

Die Verwaltung hält bislang am Abriss des Gebäudes und der anschließenden Einbeziehung des Grundstücks in den rechtsrheinischen Grüngürtel fest und handelt damit entgegen den Beschlüssen der BV Porz und des Umweltausschusses. . Die Bruderschaft fordert, vor einer unumkehrbaren Entscheidung die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen sowie die Möglichkeiten einer befristeten Weiternutzung ernsthaft abzuwägen.

Aus Sicht der queeren Bruderschaft und anderer Poller Vereine und Initiativen ist die historische Anlage intakt und erhaltenswert. Sie befürchtet, dass die Umsetzung der bisherigen Planung neben historischer Architektur auch den alten  Waldbestand auf dem Gelände vernichten würde. Eine Umgestaltung zu einer einfachen Grünfläche rechtfertige aus Sicht des Vereins nicht ohne Weiteres die Zerstörung eines gewachsenen Ortes.

Ein weiterer Kostenfaktor ist nach Angaben der Bruderschaft das über Jahrzehnte in der Schießbahn angesammelte Blei. Dessen fachgerechte Beseitigung könnte bei einem Rückbau erhebliche Untersuchungs-, Sanierungs- und Entsorgungsaufwendungen verursachen. Wie hoch diese tatsächlich ausfallen würden, ist bislang nicht belastbar beziffert. Die Bruderschaft fordert deshalb eine vollständige Kostenbetrachtung, die über den reinen Gebäudeabriss hinausgeht. Unabhängig von einer weiteren Nutzung müsse geklärt werden, ob bereits heute Maßnahmen zum Schutz von Boden und Umwelt erforderlich sind.

Für den Abriss stehen nach Kenntnis der Bruderschaft rund 500.000 Euro im Raum. Gerade in einer angespannten Haushaltslage müsse die Stadt erklären, weshalb sie diese Ausgabe jetzt tätigen wolle, statt eine entgeltliche Weiternutzung zu ermöglichen. Ein fünfjähriger Pachtvertrag würde Zeit für eine tragfähige Zukunftslösung schaffen und zunächst anfallende Ausgaben verschieben beziehungsweise vermeidbare laufende Kosten reduzieren.

Das Anliegen wird von lokalen Vereinen und Nachbarschaftsinitiativen in Poll unterstützt. Gemeinsam wünschen sie sich einen Ortstermin mit dem Oberbürgermeister. Er soll die Argumente der engagierten Menschen vor Ort persönlich kennenlernen und sie neben der bisherigen Verwaltungsposition in seine Entscheidung einbeziehen.

Die Bruderschaft appelliert an die Stadt Köln, das Angebot ergebnisoffen zu prüfen: Ein befristeter Pachtvertrag kann bürgerschaftliches Engagement ermöglichen, einen queeren Schutzraum erhalten, die historische Anlage erhalten und den städtischen Haushalt entlasten. Vor einem Abriss müssen die tatsächlichen Kosten und die angebotene Alternative nachvollziehbar auf dem Tisch liegen.

Herausgeber:
St. Sebastianus & Afra Schützenbruderschaft Köln von 2012 e.V.
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