St. Sebastianus & Afra Schützenbruderschaft begrüßt das Ende der Kölner Bewerbung und fordert einen klaren Kurswechsel in der Sportpolitik
Köln, 26. September 2026 – Die St. Sebastianus & Afra Schützenbruderschaft Köln von 2012 e.V. begrüßt die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes, München als deutschen Bewerber für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 auszuwählen. Gerade als Sportverein sind die Afra-Schützen erleichtert und dankbar, dass die Spiele nicht nach Köln kommen werden.
„Wir lieben den Sport. Gerade deshalb sind wir froh, dass Köln nicht weiter Teil dieser kostspieligen Bewerbung ist. Sport lebt nicht von wenigen Wochen internationaler Inszenierung, sondern von den Menschen, die Woche für Woche in Vereinen trainieren, Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft schaffen“, erklärt der Vorstand der Bruderschaft.
Die Stadt Köln hat bereits Geld, Arbeitszeit und erhebliche personelle Ressourcen in die Bewerbung investiert. Diese Ausgaben lassen sich nicht rückgängig machen. Aus Sicht der Schützenbruderschaft wurde dabei zu viel öffentliches Geld für Werbung, Konzepte und politische Selbstdarstellung verbrannt. Umso wichtiger ist es nun, keinen weiteren Euro in Kölner Olympia-Pläne zu stecken.
Die Mittel, die für die nächsten Phasen der Bewerbung, weitere Gutachten, Kampagnen und Planungen vorgesehen waren, müssen jetzt konsequent dem Kölner Breiten- und Vereinssport zugutekommen. Köln braucht sanierte Sporthallen, sichere Vereinsheime, moderne Schwimmbäder, funktionierende Trainingsstätten, barrierefreie Angebote und eine verlässliche Unterstützung für die vielen ehrenamtlich geführten Vereine.
„Während von olympischem Glanz gesprochen wurde, kämpfen zahlreiche Kölner Sportvereine mit maroden Gebäuden, fehlenden Trainingszeiten und steigenden Kosten. Auch unsere Erfahrungen rund um die Villa Afra zeigen, wie dringend die Stadt bei ihren bestehenden Sportstätten handeln muss. Die vorhandene Infrastruktur darf nicht länger vernachlässigt werden“, so die Bruderschaft weiter.
Die Entscheidung gegen Köln ist daher keine Niederlage für den Sport. Sie bietet vielmehr die Chance, die Prioritäten wieder richtig zu setzen: weg von einem teuren Großereignis, hin zu einer dauerhaften und alltagstauglichen Sportförderung für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Behinderung.
Die St. Sebastianus & Afra Schützenbruderschaft fordert Rat und Verwaltung deshalb auf, transparent offenzulegen, wie viel Geld die Kölner Olympiabewerbung insgesamt gekostet hat und welche Mittel für die weiteren Bewerbungsphasen eingeplant waren. Diese künftig nicht mehr benötigten Mittel sollen vollständig in ein Sofortprogramm zum Erhalt und zur Sanierung der Kölner Sportstätten fließen.
„Olympia kommt nicht nach Köln. Das ist aus unserer Sicht eine gute Nachricht. Jetzt muss die Stadt beweisen, dass ihr der Sport auch ohne Kameras, Funktionäre und Großveranstaltungen etwas wert ist.“
Über die St. Sebastianus & Afra Schützenbruderschaft Köln von 2012 e.V.
Die Afra-Schützen sind eine queere historische Schützenbruderschaft aus Köln und stehen allen Menschen offen, die sich für das Schützenwesen interessieren. Der Verein verbindet Tradition mit Vielfalt, gesellschaftlichem Engagement und gelebter Gemeinschaft.
Weitere Informationen:
www.sebastianus-und-afra-koeln.de