Köln – In der alten Feuerwache in Köln hat die Initiative „Nolympia“ am Dienstag ihre Kampagne gegen die Bewerbung der Region Rhein-Ruhr für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 vorgestellt. Das Bündnis, bestehend aus Verbänden und Privatpersonen, ruft die rund 800.000 wahlberechtigten Kölnerinnen und Kölner dazu auf, beim aktuell laufenden Ratsbürgerentscheid mit „Nein“ zu stimmen.
Die Abstimmung erfolgt ausschließlich per Briefwahl, die Unterlagen wurden bereits von der Stadt Köln verschickt. Die Stadt selbst unterstützt die Bewerbung mit einer Kampagne, für die Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) 300.000 Euro bereitgestellt hat. „Wir kämpfen gegen eine Kampagne mit viel besseren Möglichkeiten“, erklärte Miet-Aktivist Kalle Gerigk, der dem Bündnis mit dem Verein „Obdachlose mit Zukunft“ (OMZ) angehört. Das ehemalige Ratsmitglied Jörg Detjen (Die Linke) kritisierte die städtische Finanzierung als „ein starkes Stück“, da sie ohne Haushaltsbeschluss erfolgte.
Das „Nolympia“-Bündnis plant, in den kommenden Wochen auf Kölner Wochenmärkten mit Flyern und Informationsständen präsent zu sein – teilweise an denselben Orten, an denen auch die Stadt Informationsangebote bereitstellt. Gerigk äußerte Befürchtungen, dass durch die Austragung der Spiele Menschen aus dem Stadtkern verdrängt werden könnten, wie es zuletzt bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris geschehen sei. Oberbürgermeister Burmester hatte hingegen mehrfach betont, dass er eine andere Vorgehensweise in Köln anstrebe.
Kritik kommt auch vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Dr. Helmut Röscheisen bemängelte den geplanten Flächenverbrauch für das Olympische Dorf und das Leichtathletikstadion im Kölner Norden, wo bereits mit Kreuzfeld ein neuer Stadtteil geplant ist. Zudem warnte er vor den hohen Kosten, der Belastung des Verkehrsnetzes, einem „drohenden Knebel-Vertrag“ mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) sowie der hohen CO₂-Belastung durch die Spiele.
Jochen Stürznickel von „Grannies und Parents for Future Köln“ sieht die Olympiabewerbung als unvereinbar mit den Klimazielen der Stadt. Neben den genannten Organisationen gehören dem „Nolympia“-Bündnis auch die Grüne Jugend Köln, das Bündnis Verkehrswende Köln, die Naturfreunde Köln, das globalisierungskritische Netzwerk Attac sowie die Bürgerinitiative Grüngürtel für alle an.
Die Abstimmung endet am 19. April, wenn die Stimmen ausgezählt werden.
Der Artikel erschien zuerst auf lokalfoto.com.
https://nolympia-colonia.de/
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