Erneut ist der Versuch der Stadt Köln gescheitert, das traditionsreiche Schützenhaus der Afra-Schützen in Köln-Poll zu übernehmen und abzureißen. Die vom Sportamt initiierte Maßnahme musste durch die Gerichtsvollzieherin abgebrochen werden, da die Stadtverwaltung erneut keine ordnungsgemäßen Unterlagen vorlegen konnte.
Darüber hinaus steht die geplante Ausgabe von 500.000 Euro für den Abriss im Widerspruch zur aktuell geltenden Haushaltssperre der Stadt. Diese untersagt ausdrücklich alle nicht zwingend notwendigen Ausgaben. Damit wird deutlich: Die Kölner Verwaltung ist weder rechtlich noch finanziell in der Lage, den Abriss dieses wichtigen Bürger- und Begegnungsortes durchzusetzen.
Das Schützenhaus der Afra-Schützen dient seit Jahrzehnten als kommunaler Treffpunkt im Stadtteil Poll – und hat sich in den letzten Jahren zugleich zu einem wichtigen Schutz- und Begegnungsraum für queere Menschen in Köln entwickelt. Besonders befremdlich wirkt daher, dass die Stadtverwaltung ausgerechnet jenes Gebäude beseitigen wollte, dessen Erhalt sie noch in diesem Jahr mit Fördermitteln zur Renovierung unterstützt hatte.
Die Afra-Schützen fordern die Stadt Köln auf, endlich von ihren Abrissplänen Abstand zu nehmen und gemeinsam mit dem Verein an einer zukunftsfähigen, bürgernahen Lösung für das Schützenhaus zu arbeiten.